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Indikation zur HIV-Therapie wird
jetzt strenger gestellt

Mit Dauer und Intensität der antiretroviralen Therapie wächst
die Rate belastender und gesundheitsbedrohender unerwünschter
Wirkungen. Als relativ häufige Begleiterscheinungen der heute
üblichen hochaktiven antiretroviralen Kombinationstherapien
(HAART) wurden teilweise massive Fett- und Zuckerstoffwechselentgleisungen
mit Zunahme des KHK-Risikos, Leberschäden, sexuelle Funktionsstörungen,
Osteoporose sowie typische Körperfett-Verteilungsstörungen
genannt. Diese sind nicht nur ein ernstes kosmetisches Problem.
Sie belasten auch, weil sie HIV-Infizierte als solche kenntlich
machen. Diese und weitere mit der Dauer der antiretroviralen Therapie
zunehmenden Langzeitnebenwirkungen sowie die inzwischen erlangte
Erkenntnis, dass das Virus mit HAART nicht zu eradizieren ist, hätten
dazu geführt, die Indikation zur Ersttherapie von HIV-Infizierten
strenger zu stellen, so Dr. Jürgen Rockstroh von der Universitätsklinik
Bonn auf dem 1. interaktiven Meinungsaustausch vom Experten für
Experten" zum Thema HIV in Garmisch-Partenkirchen.
Gab es ab 1996 die Tendenz, schon bei einer Virusmenge von 5.000
bis 10.000 Kopien pro Milliliter Blut eine antiretrovirale Therapie
zu beginnen, rieten heute die meisten Experten, erst ab 30.000 Viruskopien
pro Milliliter Blut und weniger als 350 CD4-Zellen pro Mikroliter
Blut zu behandeln.
70 Prozent aller neu auf eine antiretrovirale Therapie eingestellten
HIV-Patienten müssen mindestens ein Medikament in den ersten
zwei Therapiejahren wechseln, so Rockstrohs Erfahrung. Meist sind
unerwünschte Wirkungen, nicht eine nachlassende Wirksamkeit
ausschlaggebend. Patienten sollten deshalb auf mögliche Nebenwirkungen
vorbereitet für entsprechende Frühsymptome sensibilisiert
werden. Damit ließen sich unerwünschte Therapieabbrüche
vielfach abwenden.
© 2001 www.medaustria.at,
Quelle: DAEZ
(chi)

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