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CD8-Zellen als Ziel von HIV-1…

Wissenschafter der Ohio State University in Columbus haben zwei
neue HIV-1-Varianten entdeckt, die nicht nur T-Helferzellen befallen,
sondern auch Suppressorzellen.
Die gute Nachricht: Moderne Medikamente gegen HIV-1 sind wahrscheinlich
auch gegen den neu entdeckten Virusstamm wirksam. Außerdem tritt
die Virusvariante - zumindest im Frühstadium der Infektion - offensichtlich
relativ selten auf. Sicher ist das allerdings noch nicht.
CD8-Zellen regulieren die Immunantwort vor allem der T-Helferzellen
sowie der B-Lymphozyten. Ein Wissenschaftlerteam um Dr. Kunal Saha
hat nun erstmals bewiesen, daß HI-Viren ihre Kapsel so verändern
können, daß sie auch CD8-Zellen befallen. Bei ihren Versuchen fanden
die Wissenschafter außerdem heraus, daß die CD8-Zellen über einen
bisher unbekannten Mechanismus infiziert werden. Bekannt ist, daß
für den Virusbefall der T-Helferzellen meist außer der Bindung an
den CD4-Rezeptor auch die Bindung an Ko-Rezeptoren (CCR5 und CXCR4)
erforderlich ist. Die neuen Virusvarianten können jedoch die CD8-Zellen
direkt über den CD8-Rezeptor befallen, ohne daß das Virus Ko-Rezeptoren
benötigt.
Allerdings sei es möglich, daß die Viren einen bisher unbekannten
Ko-Rezeptor benutzen, kommentiert Dr. Bryan R. Cullen aus Durham
Die Virusvariante zeichne sich offenbar durch eine bemerkenswerte
Plastizität des Hüllproteins aus. So bleibe die Fähigkeit, an CD4
zu binden, erhalten.
Wie häufig die HIV-1-Varianten vorkommen, ist unklar. Im Frühstadium
der Infektion sind sie wahrscheinlich selten. Die Forscher gehen
aber davon aus, daß mit abnehmender Zahl von T-Helferzellen das
Virus so mutieren kann, daß es auch CD8-Zellen befällt. Möglicherweise
könnten die neuen Erkenntnisse erklären, warum sich der Zustand
von AIDS-Patienten im Spätstadium der Erkrankung rasch verschlechtert.
Hinsichtlich Therapie und Pathogenese bei HIV-Infektion nimmt Cullen
an, daß die verfügbaren Reverse-Transkriptase-Hemmer oder Protease-Hemmer
auch gegen die neuen Virusvarianten effektiv sind. Hingegen könnten
sich Arzneimittel, die etwa auf das Virus-Hüllprotein abzielen oder
die Funktion der Ko-Rezeptoren blockieren, als nutzlos erweisen.
© 2001 www.medaustria.at,
14.02.01 Quellen: Nat Med; 2001, 7: 65-72
Nat Med; 2001, 7: 20-21, DAEZ

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