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Rate der sexuell erworbenen HIV-Infektion
in West-Europa innerhalb von 5 Jahren um 20% gestiegen

In 10 Ländern West-Europas wurden zwischen 1995
und 2000 fast 44.000 HIV-Neuinfektionen registriert.
Für eine entsprechende Erhebung des Public Health Laboratory
Service Communicable Disease Surveillance Centre in London wurden
Daten aus Belgien, Dänemark, Deutschland, Island, Irland, Luxemburg,
Norwegen, Schweden, England und die Schweiz analysiert. Die Aufzeichnungen
stammen aus den Jahren 1995 bis 2000.
Von den 43.866 neu-diagnostizierten HIV Infektionen konnten
37% (n = 16.173) auf homosexuelle Kontakte unter Männern
zurückgeführt werden, 35% (n = 15.258) auf
heterosexuelle Kontakte, 8% (n = 3.409) auf Nadeltausch
unter Drogenabhängigen. 3% der Fälle (n = 1.141)
konnten mit anderen Infektionswegen in Verbindung gebracht werden
(vertikale Transmission (n = 810), infizierte Blutprodukte
(n = 331). 18% (n = 7.885) der Neuinfizierten konnten
keiner Risikogruppe zugeordnet werden.
Der Trend der Neuinfektionen variierte deutlich mit den Risikogruppen.
Die jährliche Zahl der HIV-Diagnosen infolge von Nadeltausch
bei Drogenabhängigen sank im Beobachtungszeitraum um 32%,
von 681 Fällen im Jahr 1995 auf 480 Fälle
im Jahr 2000.
Die Zahl der Neuinfektionen im Folge heterosexueller Kontakte stieg
im Beobachtungszeitraum um 48% (2.127 im Jahr 1995
und 3.156 im Jahr 2000), eine HIV-Infektion infolge
von homosexuellen Kontakten unter Männern wurde im Jahr 2000
um 12% seltener als im Jahr 1995 registriert (2.762
im Jahr 1995 und 2.426 im Jahr 2000).
HIV-Neuinfektionen in Folge von sexuellen Kontakten stiegen von
66% im Jahr 1995 (4.889 von 7.458) auf
74% im Jahr 2000 (5.582 von 7.580),
und damit um nahezu 20%.
64% der Neuinfektionen konnten als Folge von heterosexuellen
Kontakten in den Jahren 1997 bis 2000 mit einer Reise
in außereuropäische Länder mit hoher HIV-Prävalenz
in Zusammenhang gebracht werden.
© 2002 www.medaustria.at
Quelle: BMJ; 2002, 324: 1324-1327
(chi)
05.06.2002

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